Das Erste, was beim Relaunch des neuen Plant Based Protein auffällt, ist natürlich der Name. ESN streicht das Wort „vegan“ komplett aus der Produktbezeichnung. Stattdessen heißt das Produkt nun schlicht Plant Based Protein - ein scheinbar kleines Detail, das strategisch aber ziemlich viel aussagt.
Denn genau damit liegt ESN voll im aktuellen Trend: „Vegan“ ist für viele Konsumenten immer noch emotional aufgeladen und oft verbunden mit Verzicht, Ideologie oder dem Gedanken „Das ist nichts für mich“. „Plant Based“ klingt neutraler, offener und deutlich anschlussfähiger für den Mainstream.
Ein ähnliches Vorgehen kann man aktuell in den Supermärkten beobachten: So hat zum Beispiel EDEKA seine Eigenmarke "My Veggie" eingestellt und pflanzliche Produkte stattdessen in bestehende Linien wie EDEKA Herzstücke oder EDEKA Bio integriert. Vegan wird dabei häufig gar nicht mehr explizit beworben - pflanzlich ist kein Sonderfall mehr, sondern Normalität. Genau diesen Gedanken greift ESN mit dem neuen Namen auf.
Bei der Rezeptur geht ESN einen Schritt zurück - im positiven Sinne. Tatsächlich hatte der Hersteller in der Vergangenheit bereits auf eine Proteinmischung aus mehreren pflantlichen Proteinquellen gesetzt. Später folgte dann der Wechsel zu reinem Sojaprotein, vor allem wegen des sehr hohen Proteingehalts von bis zu 79 %.
Auf dem Papier stark, in der Praxis jedoch in vielen Fällen nicht optimal: Soja gilt als potenziell allergen, wird von vielen Menschen schlechter vertragen und sorgte zudem für viel Kritik in Sachen Geschmack und Textur. Die Resonanz fiel entsprechend verhalten aus und genau deshalb kehrt ESN nun wieder zur Mehrkomponenten-Lösung zurück.
Der große Nachteil vieler pflanzlicher Proteinquellen liegt im Aminosäurenprofil. Im Gegensatz zu Whey liefern sie einzeln oft nicht alle essentiellen Aminosäuren in optimalem Verhältnis.
Deswegen macht es sinn, mehrere pflanzliche Proteinquellen zu kombinieren, im Optimalfall so, dass sich deren Aminosäurenprofile ergänzen.
Die Mischung aus Erbsen-, Hanf- und Sonnenblumenprotein ergänzt sich bereits sehr gut, sind aber noch ein bisschen arm an Methionin. ESN gleicht genau das gezielt aus und ergänzt Methionin als freie Aminosäure – mit 1,6 g pro 100 g Protein, exakt im sinnvollen Bereich.
Außerdem wird zusätzlich noch Leucin ergänzt, das als Schlüsselaminosäure für die Muskelproteinsynthese gilt.
Der Proteingehalt liegt mit der neuer Mischung dadurch zwar „nur“ noch bei 71 g pro 100 g, die Gesamtqualität des Protein steigt jedoch.
Ein großer Kritikpunkt am früheren Soja-Protein war die Konsistenz. Viele Nutzer beschrieben eine sandige Textur und einen unangenehmen Nachgeschmack, der sich kaum überdecken ließ. Die neue Version des Plant Based Protein kommt erstmal in nur zwei Geschmacksrichtungen, Cinnamon Cereal und Dark Cookies.
Genau hier soll das neue Plant Based Protein deutlich besser abschneiden. Erste Eindrücke zeigen ein cremigeres Mundgefühl, eine rundere Konsistenz und insgesamt einen angenehmeren Geschmack. Eine leicht bitterer Nachgeschmack bleibt bei beiden Geschmäckern aber spürbar. Aus unserer Sicht fügt sich der aber beim Cinnamon Cerial Flavor etwas besser ins Gesamtbild ein.
Unser Ranking:
Preislich liegt das neue Plant Based Protein bei 39,90 € vor Rabatt (31,92 € in der aktuellen Aktion) für 32 Portionen. Damit sind zwei Portionen mehr enthalten als beim klassischen Designer Whey, das auf 30 Portionen kommt. Man muss aber nicht groß drumherum reden:
Preislich liegt man hier deutlich im oberen Segment.
Mit dem Relaunch des Plant Based Protein geht ESN einen Schritt in die richtige Richtung. Die Rückkehr zur Protein-Kombination mit gezielter Aminosäurenoptimierung, die verbesserte Verträglichkeit und der Fokus auf Geschmack zeigen, dass man auf Feedback gehört hat.
Unterm Strich ein pflanzliches Protein mit dem man qualitativ definfitv nichts falsch macht, sofern man bereit ist den erhöhten Preis zu zahlen.

ESN
960g