Ist die Ritter Sport Protein Schokolade wirklich ein Fitness-Produkt?


Viele erwarten bei einer Protein-Schokolade automatisch ein Produkt für Sportler oder eine gesündere Alternative zur klassischen Tafel. Doch genau hier beginnt die erste Enttäuschung. Die neue Protein Crisp Schokolade enthält neben Eiweiss vor allem zwei Dinge:
Viel Fett und viel Zucker.

Pro Tafel enthält die Protein-Schokolade:

  • 405 kcal
  • 13,5 g Protein
  • 25 g Fett
  • 27 g Zucker


Damit enthält die Tafel zwar tatsächlich fast doppelt so viel Protein wie das herkömmliche Ritter Sport Produkt (7,4g/Tafel bei der Standard Haselnuss Variante), hat aber immer noch etwa doppelt so viel Zucker wie Eiweiß. Für ein Produkt mit dem Fokus auf Protein ist das ernüchternd und weit entfernt von einem echten Fitness-Snack!

Wann darf „High Protein“ auf der Verpackung stehen - und wann nicht?


Der Begriff „High Protein“ ist in der EU klar geregelt.

Laut EU-Verordnung darf ein Produkt nur dann als „High Protein“ beworben werden, wenn mindestens 20 % der Gesamtenergie aus Eiweiß stammen. Diese Vorgabe erreicht die Protein Schokolade von Ritter Sport bei weitem nicht, weshalb der Begriff auch konsequent nicht auf der Verpackung zu finden ist.

Woher stammt das zusätzliche Protein?


Die leicht erhöhte Eiweißmenge wird durch zugefügtes Mandelprotein und Milchprotein-Crispies als Topping erreich. Die Kombination dieser beiden Proteinquellen ist tatsächlich sehr effektiv, deutlich besser als Mandelprotein allein, da so ein ganzheitliches, ausgeglichenes Aminosäureprofil entsteht.

Mogelpackung? Weniger Inhalt bei höherem Preis!


Noch deutlich kritischer, als die wenig fitnessgerechten Nährwerte ist aus meiner Sicht die Preisgestaltung:
Während in den "normalen" Ritter Sport Tafeln standardmäßig 100g enthalten sind, kommt die neue Protein-Variante nur noch auf 75g. Und damit nicht genug: Der Preis für die Eiweiss-Schokolade steigt von 1,99€ auf 2,79€ pro Tafel.

Das entspricht einer Preiserhöhung von über 80%. Ein klassischer Fall von "Shrinkflation".

Nice to know: Wieso heißt es eigentlich Ritter Sport?

Der Name Ritter Sport geht auf das Ehepaar Clara und Alfred Ritter zurück, das 1912 die Schokoladenfabrik Alfred Ritter Cannstatt gründete. In den 1930er-Jahren entwickelte Clara Ritter die Idee einer quadratischen Tafel, die bequem in die Sportjackentasche passen sollte ohne zu brechen. Schokolade war damals nämlich ein beliebter Publikums-Snack bei Fußballspielen.  Aus dieser Kombination von Familienname „Ritter“ und dem quadratischen „Sport“ Format entstand schließlich der Markenname Ritter Sport.

Fazit: Nice Try, aber kein echtes Protein-Produkt

Mittlerweile sollte eigentlich jeder verstanden haben, dass man sich auf den bloßen Begriff „Protein“ nicht blind verlassen sollte.
Die Ritter Sport Protein Schokolade ist:

  • Kein echtes High-Protein-Produkt
  • Zucker- und kalorienreich
  • Teurer bei weniger Inhalt
     

Nice try – aber für Fitness-Fans klar kein solides Produkt mit wirklich echtem Mehrwert. Aus meiner Sicht hat man vor allem versäumt, den Zuckergehalt zu reduzieren. Andere Hersteller zeigen, dass das bei (Fitness-) Schokolade mit Hilfe von Süßstoffen gut funktionieren kann.

In diesen Fall also eher Ritter Sport. ;)