Rohstoffpreise steigen seit Jahren

Die Preise für den Whey-Protein-Rohstoff WPC80 (Whey Protein Concentrate 80%) kennen in den letzten Jahren nur eine Richtung: Bergauf.

Ein aktueller Blick in ein Rohstoff-Dashboard zeigt:
Der Preis für eine Tonne WPC80 liegt derzeit bei ca. 15.500 €.
 



Das bedeutet für Hersteller:
Fast 15 € pro Kilogramm Rohstoff, noch bevor Transport, Verpackung oder Marketing berücksichtigt werden.

Zum Vergleich:
Im Februar 2023 lag der Preis noch bei rund 4.900 € pro Tonne, also etwa 4,90 € pro Kilogramm.

Der Rohstoffpreis hat sich damit in rund drei Jahren mehr als verdreifacht.

Damals waren deutlich bessere Angebote möglich, heute ist das wirtschaftlich kaum noch realisierbar.

Wie sich der Whey-Preis zusammensetzt

Als KonsumentIn sieht man meistens nur den Endpreis im Online-Shop oder Supermarkt-Regal. Doch der Rohstoff ist nur ein Teil der Kalkulation. Auf den reinen WPC80-Einkaufspreis kommen unter anderem:

  • Transportkosten (Import, Containerpreise, LKW-Fracht)
  • Lagerung
  • Verpackung (Dosen, Beutel, Etiketten)
  • Aromen & Süßstoffe
  • Qualitätskontrollen & Laboranalysen
  • Mitarbeiterkosten
  • Marketing
  • Versandkosten
  • Umsatzsteuer
     

Wenn der Rohstoff allein bereits rund 15 € pro Kilogramm kostet, wird schnell klar, warum eine 1-kg-Dose Whey Protein heute nicht mehr für 19,99 € seriös angeboten werden kann.

Globale Gründe für steigende Whey Protein Preise


1. Milchpreise und Rohstoffknappheit

Whey ist ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Steigen die Milchpreise, steigen auch die Produktionskosten für Molkenprotein. Gleichzeitig beeinflussen Wetterbedingungen, Energiepreise und landwirtschaftliche Produktionskosten die gesamte Lieferkette.

2. Energiekosten in der Verarbeitung

Die Herstellung von WPC80 ist energieintensiv. Trocknung, Filtration und Verarbeitung benötigen große Mengen Strom. Seit der Energiekrise sind diese Kosten massiv gestiegen.

3. Weltweite Nachfrage nach Protein

Der Fitness- und Gesundheitsmarkt wächst stetig. Protein ist längst kein Nischenprodukt mehr, sondern durch Marken wie ESN und More mittlerweile Mainstream. Diese hohe globale Nachfrage trifft auf begrenzte Produktionskapazitäten.

Einige Hersteller „punchen“

Wenn Rohstoffe teurer werden, stehen Marken vor einer Entscheidung:
Sie können entweder die Preise erhöhen, ihre eigene Marge reduzieren oder eben ihr Produkt so verändern, dass die Produktionskosten sinken. Viele entscheiden sich für Option 3.


Mittlerweile wird Whey Protein deshalb häufig „gepunscht“. Das bedeutet:
Es wird mit günstigeren Proteinquellen gestreckt, zum Beispiel mit Soja-Protein-Isolat, ohne dass dies auf der Verpackung besonders präsent kommuniziert wird.

Das aktuellste Beispiel, das wir entdeckt haben ist das sog. "Basic Whey" von Bulk. Ähnlich macht es die Firma Protein Works.

Für Verbraucher ist das schwer erkennbar, wenn sie nicht genau auf die Zutatenliste achten.

Preisvergleich: Worauf Verbraucher achten sollten

Wer echtes Whey Protein kaufen möchte, sollte:

  • Die Zutatenliste prüfen (nur Molkenprotein?)
  • Auf Mischproteine achten
  • Proteinanteil vergleichen
  • Transparenz des Herstellers bewerten
     

In unserem Preisvergleich werden übrigens ausschließlich Produkte berücksichtigt, die echtes Whey enthalten - ohne versteckte Streckungen.
 

Fazit: Whey Protein wird teurer – aus nachvollziehbaren Gründen


Die steigenden Whey-Protein-Rohstoffpreise sind keine kurzfristige Schwankung, sondern Teil einer längerfristigen Entwicklung.
Von ca. 5 € auf knapp 15 € pro Kilogramm Rohstoff innerhalb weniger Jahre. 

Wer Qualität will, muss heute genauer hinschauen als noch vor ein paar Jahren.